Die Deutsche Bahn nimmt auch auf der Straße Abschied vom Diesel: Seit Sommer 2023 fahren bei Autokraft die ersten Busse mit dem erneuerbaren Kraftstoff HVO (Hydrotreated Vegetable Oil). Anfang 2024 folgten 12 weitere Busse bei RBB am Standort Baddeckenstedt, im Juni 2024 stellt der gesamte Autokraft-Standort Eckernförde mit 30 Fahrzeugen auf HVO um. In Zügen ist die Kraftstoff-Alternative bereits seit 2022 in mehreren Regionen erfolgreich im Einsatz, mittlerweile gibt es 20 HVO-Tankstellen für den Zugverkehr in Deutschland.
Grundsätzlich ist die DB gegenüber alternativen Antrieben technologieoffen. Neben dem Betrieb von Wasserstoff- und Batteriebussen ist der Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe wie HVO ein zentraler Baustein des Dieselausstiegs bei DB Regio Bus. 2040 soll der letzte Dieselbus ausgemustert werden.
Was ist HVO?
HVO ist ein erneuerbarer Kraftstoff, der eine ähnliche chemische Zusammensetzung wie fossiler Diesel aufweist. Dadurch kann er Dieselkraftstoffe bei der Betankung im Eisenbahnbereich vollständig ersetzen. HVO steht für Hydrotreated Vegetable Oil und wird aus biologischen Rest- und Abfallstoffen hergestellt. Er kann sowohl in der Mineralölraffinerie verarbeitet als auch in speziell für fetthaltige Rest- und Abfallstoffe konstruierten Anlagen produziert werden.
Je nach Rohstoffzusammensetzung lassen sich mit HVO bilanziell bis zu 90 Prozent der Treibhausgasemissionen im Vergleich zu herkömmlichem Diesel einsparen. So wird bei der Verbrennung im Motor ausschließlich CO2e freigesetzt, das der Atmosphäre zuvor beim Wachstum der Pflanzen entzogen wurde, die die Grundlage für HVO bilden. Der Restanteil der Treibhausgasemissionen entsteht bei der Herstellung und dem Transport der Kraftstoffe, also in der Vorkette.
Mehr dazu finden Sie hier auf der Internetseite der Deutschen Bahn zum Thema HVO.
Alternative Kraftstoffe bieten besonders bei vorhandenen Dieselfahrzeugen eine ebenso effektive wie effiziente Lösung, da die Fahrzeuge weiterfahren können, ohne dass sie technisch umgerüstet werden müssen.
Beschaffung und Qualität von HVO bei der DB
Das von der Deutschen Bahn eingesetzte HVO unterliegt hohen Beschaffungskriterien und wird ausschließlich aus biologischen Rest- und Abfallstoffen hergestellt wie Fetten der Nahrungsmittelverarbeitung, Altspeiseölen und pflanzlichen Rest- und Abfallstoffen. Für die Produktion werden daher keine zusätzlichen Anbauflächen genutzt, die in Konkurrenz mit der Nahrungs- und Futtermittelproduktion stehen.
Entscheidende Vorteile von HVO-Dieselbussen
- In nahezu allen Dieselfahrzeugen ab Euro-Norm 6 einsetzbar
- Minimale Umrüstung notwendig
- Bis zu 90% CO2 Einsparung über die gesamte Wertschöpfungskette im Vergleich zum herkömmlichen Diesel
- Verbrauch, Tankzeit sowie Fahrverhalten bleiben gleich
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