Projekt NAF-Bus

Autokraft bringt einen autonom fahrenden Bus im Testbetrieb auf die Straße

NAF-Bus steht für Nachfragegesteuerten Autonom Fahrenden Bus - dahinter steckt das innovative Mobilitätskonzept „ÖPNV-on-Demand", das im Projekt NAF-Bus vorangebracht werden soll.

Ziel- und Zukunftsvorstellung ist ein öffentlicher Nahverkehr mit autonom fahrenden Bussen ohne feste Routen und Fahrpläne, die einzig durch die Nachfragenden gesteuert werden. Im Projekt werden drei autonom fahrende Busse von unterschiedlichen Herstellern in verschiedenen Umgebungsszenarien getestet.

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Drei autonome Busse im Test

  • Der NAF-Bus EMil fährt seit Mitte Juni 2018 auf dem GreenTec-Campus in Enge-Sande. Das Privatgelände dient zur Erforschung des Fahrzeugverhaltens in nachgestellter Realumgebung. Der Bus bringt Schulungsteilnehmende zu einem Trainingszentrum auf dem Campusgelände. Interessierte Personen können sich hier für eine Probefahrt anmelden.
  • Von Mai 2019 bis Oktober 2020 fuhr der NAF-Bus AutoNom in Keitum auf Sylt. Der Bus beförderte Touristen und Einheimische auf einer fest definierten Strecke im öffentlichen Personennahverkehr.
  • Der dritte Bus wird von Autokraft betrieben. Die Teststrecke befindet sich im Kreis Dithmarschen in Lunden/Lehe. Die Teststrecke ist fest definiert, der Bus wird nach Fahrplan fahren. Der Start war ursprünglich für Herbst 2019 geplant, durch technische Herausforderungen beim Fahrzeugbau und die folgenden Betriebseinstellungen durch die Corona-Pandemie hat sich der Start auf das Frühjahr 2021 verschoben.
Wolfgang Bern, HFM ©

Der NAF-Bus von Autokraft

Wolfgang Bern, HFM ©

Der NAF-Bus von Autokraft stammt vom Fahrzeughersteller Hanseatische Fahrzeugmanufaktur (HFM) mit Sitz in Holm im Kreis Pinneberg. Der Bus ist einer der ersten Prototypen seiner Art des norddeutschen Autobauers. Viele Komponenten wie etwa die Antriebseinheit oder die Steuerungstechnik für den autonomen Betrieb sind daher komplette Neuentwicklungen. Geplant ist, den Bus ab Ende Mai für Fahrgäste auf die Straße zu bringen. Bis dahin sind noch einige Projektschritte erforderlich, etwa das genaue Einmessen der Strecke Lunden, Bahnhof–Lehe, Schule–Lunden, Bahnhof. Auch müssen noch Beschilderungen angepasst, diverse Genehmigungen eingeholt und das Begleitpersonal geschult werden.

Hintergrund

Das Projekt, das aus dem Schleswig-Holsteiner Innovationsnetzwerk „Autonomes Fahren im ländlichen Raum“ entstanden ist und von der Beratungsgesellschaft EurA AG koordiniert wird, soll neue Erkenntnisse zu Nutzererfahrung und -verhalten in autonomen Fahrzeugen gewinnen. Ziel des Projektes ist die Konzipierung eines neuartigen Mobilitätskonzeptes „ÖPNV-on-Demand“ auf Basis autonomer, elektrisch angetriebener Kleinbusse sowie eine Vernetzung mit bestehenden ÖPNV-Angeboten. Die Partner forschen dazu, wie diese neue Art von Fahrzeugen in ÖPNV-Unternehmen eingesetzt werden kann, zu bedarfsorientierten, flexiblen Bedienformen, zur gesellschaftlichen Akzeptanz und zum Nutzerverhalten, sowie zu rechtlichen Aspekten autonomer Fahrzeuge im ÖPNV. In verschiedenen Testszenarien auf dem privaten Gelände des Schleswig-Holsteinischen GreenTEC-Campus in Enge-Sande sowie auf öffentlichen Straßen im touristischen Kontext auf der Nordseeinsel Sylt – beides im Kreis Nordfriesland – und nun auch im Pendlerverkehr auf öffentlichen Straßen in Lunden/Lehe im Kreis Dithmarschen sollen der Nutzen und die Auswirkungen autonomer elektrischer Fahrzeuge im ÖPNV entwickelt, erprobt und demonstriert werden. Das Projekt begann im Sommer 2017 und läuft nach einer Verlängerung für das Teilprojekt bei Autokraft noch bis Ende September 2021.

Förderung

NAF-Bus ist eines von 24 Projekten zur Zukunft des vernetzten autonomen Fahrens in Deutschland, die vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert werden. Das BMVI unterstütz das Projekt NAF-Bus im Rahmen der Förderrichtlinie „Automatisiertes und vernetztes Fahren" mit einer Summe von 2,4 Millionen Euro.

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